Erhalt des Waldes und der Natur

Unser erstes Ziel – das ist auch so in unserer Satzung nachzulesen – ist es, den Wald und die Natur rund um den Görzhäuser Hof zu erhalten. Bei dem betroffenen Gebiet handelt es sich um ein reines Waldgebiet mit hohem Buchenanteil. Die Rodung betrifft nicht nur den Baumbestand, sondern etliche im und am Wald lebende Tierarten. Um diese besser schützen zu können, beobachten und notieren wir regelmäßig die verschiedenen Tiervorkommen.

Ein besonderes Augenmerk liegt hier auf dem Vorkommen von diversen Großvögeln – allen voran dem Rotmilan.

Um einen sicheren Nachweis zu erbringen, dass diese Vögel hier leben und auch nisten, haben wir von der BI bereits im vergangenen Frühjahr eine große Suchaktion gestartet, bei der 35 Großvogelhorste gefunden wurden. Uns ist bewusst, dass das alleinige “Erfassen” der Horste so nicht ausreicht. Daher haben wir, um den Daten weiteren Nachdruck zu verleihen, 9 dieser Horste notariell beurkunden lassen. Diese Begehung und Beurkundung hat die BI nahezu 1000 € gekostet.

Jetzt im Herbst ist die Zeit des Vogelzuges, bei dem über den Görzhäuser Hof tausende Zugvögel fliegen und zum Teil in einer Entfernung von weniger als 1.500 m um die geplanten WKA  Rast einlegen. Am auffälligsten sind die Kraniche zweimal jährlich, aber sie sind bei weitem nicht die einzigen. Auch hier werden wir möglichst viel beobachten und dokumentieren.

Hier eine kleine Auswahl der hier vorkommenden und durchziehenden Vögel:

Rotmilan

Schwarzmilan

Mäusebussard

Wespenbussard

Kornweihe

Kolkrabe

Sperber

Habicht

Turmfalke

Waldohreule

Graukranich

Schwarzstorch

Für die Sicherung dieser wichtigen Daten werden weitere Kosten anfallen – beispielsweise für die Beurkundung durch den Notar – daher brauchen wir finanzielle Unterstützung.
Die Bürgerinitiative Windkraft Görzhausen ein gemeinnütziger Verein. Spenden und Mitgliedsbeiträge können bei der Steuer geltend gemacht werden.

Unterstützen Sie uns bitte mit einer Spende und werden Sie Mitglied bei uns! Herzlichen Dank.

Für weitere Fragen und Anregungen sind wir stets offen. Sie können sich gerne an unsere Ansprechpartnerin wenden:

Katrin Nowak-Wiedemann

 

Was haben alle mit dem Rotmilan?

Warum haben wir eine besondere Verantwortung für diesen Vogel?

Weltweit wird der Bestand des Rotmilans auf 20 000 – 25000 Brutpaare geschätzt. Etwa die Hälfte 10 000 – 13000 Paare leben in Deutschland. 5 % des weltweiten Bestandes leben in Hessen. Das sind 1000 -1300 Paare. Uns kommt daher beim Schutz dieses Vogels und dessen Arterhalt eine besondere Aufgabe zu. Seit Ende der 1980 er Jahre haben wir in Deutschland eine Bestandsabnahme um ein Drittel.

Die Bedrohung kommt durch:

Lebensraumveränderungen (Waldrodung, intensive Landnutzung, Anbau von Wintergetreide, Mais und Raps)

Vergiftungen durch Pestizide

Kollisionen mit Windkraftanlagen und Stromleitungen

Störungen am Nest durch Waldarbeiten Unfälle im Straßenverkehr

Illegal ausgelegte Köder und Abschüsse

Rotmilane erspähen ihre Beute im Suchflug, dabei ist ihr Blick nach unten gerichtet, dadurch besteht eine hohe Kollisionsgefahr mit Windkraftanlagen. Felder mit hoch gewachsenen Pflanzen wie zum Beispiel Maisfelder sind für den Milan zur Jagd ungeeignet.

Wie erkenne ich einen Rotmilan?

Am auffälligsten ist sein tief gegabelter Schwanz, der rötlich schimmert. Er gehört mit 140 – 165 cm Spannweite zu den größeren Greifvögeln bei uns. Er hat fünf Handschwingen, die weit auseinander stehen ( sie erscheinen wie Finger). Er fliegt sehr elegant.

Als Zugvogel ist er bei uns ab Anfang März zu sehen. Vereinzelt überwintern auch einige Vögel in Deutschland. Sein Ruf ist laut und lässt sich mit einem: Wie-uh-wie-uh-wie-uh am besten beschreiben.

 

 

Weiterführende links und Artikel:

 

Rotmilane vergiftet

wie am 25.07.2018 in den Lübecker Nachrichten veröffentlicht wurde ,sind in einem Windvorranggebiet drei Rotmilanjungvögel mit E605, einem Insektizid, das seit 2002 in Europa verboten ist, getötet worden….

von Petra Dreu

Vogelwelt allgemein:

birdLife- Partenership for nature and people

Windkraft im Wald- mehr Schaden als Nutzen:

12.01.2016, Spektrum.de, von Daniel Lingenhöhl

Naturschutz allgemein:

Als Bürgerinitiative, die sich laut Satzung für den Erhalt der Natur einsetzt, möchten wir an dieser Stelle auf Veranstaltungen und Quellen hinweisen, die sich um andere Aspekte des Naturschutzes bemühen, auch wenn diese nicht unmittelbar mit der Windkraft in Verbindung stehen.

Bienen:

Termin: Montag 14. Mai 2018, 18 Uhr 30

“Von der Intelligenz der Bienen”, Vortrag von Prof.R. Menzel

Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Marburg lädt am Montag, den 14.Mai um 18 Uhr 30 ins Tagungszentrum der Kreisverwaltung Marburg ein.

In einem Vortrag stellt Prof. Dr. Dr. h.c. Randolf Menzel von der Freien Universität (FU) Berlin seine wissenschaftlichen Forschungsergebnisse vor.