Firma Krug Energie und Firma UKA Meißen geben Standort vorerst auf

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

mit großer Freude möchten wir darauf hinweisen, dass die Firma Krug am 3. November 2017 und auch UKA Meißen am 09. November 2017 mitgeteilt haben, das Projekt „Windräder am Görzhäuser Hof“ vorerst nicht fortzuführen. Firma Krug Energie begründete diesen Schritt mit den veränderten ökonomischen Rahmenbedingungen und der sinkenden Akzeptanz, die Firma UKA Meißen mit dem Naturschutz.

Die Firma Pharmaserv, Eigentümerin eines großen Anteils der Vorrangfläche, wird nach Mitteilungen an die Oberhessische Presse die Flächen keinem anderen Projektierer zur Verfügung stellen. Im Vorranggebiet gibt es weitere Eigentümer kleinerer Parzellen, somit ist weiterhin ein Errichten von Windkraftanlagen möglich, wenn auch nicht im großen Stil, wie ursprünglich angestrebt. Durch den Rückzug von UKA Meißen hat sich dieses Restrisiko auch weiterhin verringert.

Natürlich haben wir uns immens über die Nachrichten gefreut. Wir möchten uns bei allen Unterstützern und Aktiven herzlich bedanken!

Die Bürgerinitiative stand während des ganzen Prozesses im Dialog mit dem Regierungspräsidium in Gießen, der Firma Krug, mit der Firma Pharmaserv, den Standortfirmen vor Ort, den Ortsbeiräten der betroffenen Gemeinden und anderen Bürgerinitiativen. Wir bedanken uns an dieser Stelle für die Dialogbereitschaft und die konstruktive Zusammenarbeit.

Nachdem hier in Marburg mit diesem Thema so eklatant an den Interessen der betroffenen Bürger vorbei Politik betrieben wurde, hoffen wir, dass sich das Bewusstsein sowohl bei den Parteien als auch den Bürgern ändert. Die Vertreter der Parteien sollten sich überlegen, wer sie am Ende wählt, aber die Bürger müssen sich auch aktiver und kritischer einbringen.

Ist unsere Arbeit nun beendet?

Nein, aus oben genannten Gründen müssen wir das Vorranggebiet als solches weiterhin „im Auge behalten“ und wir werden andere Bürgerinitiative vor Ort unterstützen, sofern sie dies wünschen.

Aber das Wichtigste: Das Thema Energiewende ist komplex. Wer gedacht hat wir schalten AKWs, Kohle – und Gaskraftwerke ab und errichten einfach eine entsprechende Menge an Photovoltaik-, Windkraft- oder Biogasanlagen, egal wie die Voraussetzungen vor Ort sind und egal zu welchem ökologischen und ökonomischen Preis, denkt zu einseitig.

So werden wir es nicht schaffen! Wir werden weiter nach alternativen Energie­erzeugungs- und -einsparungsmöglichkeiten suchen müssen, und die Zeit drängt. Wir brauchen viel breiter gestreute Forschungsansätze auch über die Energiespeicher­möglichkeiten hinaus. Jeder, dem unsere Zukunft und die unserer Kinder am Herzen liegt, sollte sich angesprochen fühlen, sich informieren und seinen Teil dazu beitragen.

Die Bürgerinitiative hat vor einigen Monaten die Arbeitsgruppe für Neuerbare Energien (AGNE) gegründet. Diese versucht neue Ansätze zu finden. Zu Veranstaltungen sind alle (auch Nichtmitglieder) herzlich eingeladen. Über Themen- oder Referentenvorschläge, freuen wir uns.

 

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