Dr. Harald Zilg: Bericht über den Besuch des Tiefengeothermie-Kraftwerks Insheim / Prof. Dr. Joerg Sundermeyer: Grundlagen der Photovoltaik – vom Molekül zum Modul

Sehr geehrte engagierte Mitbürgerinnen und Mitbürger,

die Arbeitsgemeinschaft Nachhaltige Energieversorgung (AGNE) der BI Windkraft Görzhausen e.V. lädt ein zu zwei interessanten Beamer-Fachvorträgen mit anschließender Diskussion.
Zeit: Donnerstag, 13.7.2017, 19:00
Ort: 35041 Marburg-Michelbach, Hotel Stümpelstal, Stümpelstal 2, Konferenzraum

Vortragsthemen:
Dr. Harald Zilg:   Bericht über den Besuch des Tiefengeothermie-Kraftwerks Insheim
Prof. Dr. Joerg Sundermeyer:   Grundlagen der Photovoltaik – vom Molekül zum Modul

Weitere Informationen zur Arbeitsgruppe Nachhaltige Energieversorgung (AGNE) unter http://bi-windkraft-goerzhausen.de/arbeitsgruppen/agne/

Interessierte jeder Couleur, ob Mitglied der BI oder nicht, sind eingeladen, an der Vortrags­veran­stal­tung mit anschließender Diskussion teilzunehmen.

Wir freuen uns über zahlreiches Erscheinen; für Getränke ist gesorgt.
Beste Grüße
für das AGNE Team
Jörg Sundermeyer und Jürgen Friesen

2 thoughts on “Dr. Harald Zilg: Bericht über den Besuch des Tiefengeothermie-Kraftwerks Insheim / Prof. Dr. Joerg Sundermeyer: Grundlagen der Photovoltaik – vom Molekül zum Modul

  1. Prof. Dr. Jörg Sundermeyer

    Ich glaube, hier liegt ein Missverständnis vor: Die BI bemängelt nicht pauschal die Kosteneffizienz der Energiegewinnung durch Windkraftanlagen (WKA) sondern die Verzerrung des Wettbewerbs durch Sonderregelungen des EEG, das eine künstlich überhöhte Förderquote für die Aufstellung der weltgrößten Onshore-Turbinen in unserem stadtnahen Naherholungsgebiet durch Sondervergütungen und Ausschluss vom Wettbewerb garantiert. Es ist nun mal ein physikalisches Gesetz und Fakt, dass in grenzwertigen Schwachwindregionen wie Görzhausen, nur 1700 Meter entfernt vom Standort Wehrda, wo die drei Windräder im Schnitt der letzten 6 Jahre zwischen 570 und 1000 Vollaststunden ihrer Nennleistung erzeugten (6,5-11,4% ihrer theoretischen Leistung), auch mit modernsten WKA doppelter Höhe nicht mehr als 1600 Vollaststunden (18%) erwartet werden dürfen – es fehlt schlicht der Wind! Auch ist es ein physikalisches Gesetz und Fakt, dass in Marburg bei halber durchschnittlicher Windstärke im Vergleich zur Küste der wertvolle Stadtwald für acht(!) derartig gigantische WKA (dreimal so hoch wie die Elisabethkirche!) gefällt werden muss, wo doch an der für Windenergiegewinnung privilegierten Küste nur ein einziges Windrad der gleichen Größe auf der Wiese die gleiche Energie liefert. Dieser Punkt ist allerdings höchst relevant für die Beurteilung der Kosteneffizienz und realen CO2-Bilanz sowie Naturzerstörung bei der Energiegewinnung durch WKA. Und schließlich ist es Fakt, dass der OB der Stadt Marburg die den Stadtwerken Marburg bekannten, auf Gondelhöhe experimentell gemessenen Windstärken an dem gemäß Windressourcenkarte Hessen gegenüber Görzhausen windstärkeren Standort Wehrda den Bürgern aus fadenscheinigen Argumenten nicht bekannt gibt, um das Projekt Görzhausen nicht zu gefährden. Es ist also nicht die Kosteneffizienz sondern die Energieeffizienz, die von der BI massiv in Frage gestellt wird!

    Nun zu dem Vergleich der Kosteneffizienz von Tiefengeothermie und Windenergie-Gewinnung: Die Aussage „Strom aus Geothermie kostet ein Vielfaches dessen, was Strom aus Windkraft kostet“ ist nicht richtig! Zunächst einmal ist 1 Gigawattstunde Stromleistung aus Tiefengeothermie viel nachhaltiger als 1 Gigawattstunde aus WKA, da der Strom aus der Tiefengeothermie nicht nur unbegrenzt ist sondern Wind-, Wetter- und Jahreszeit-unabhängig, westlich besser in das Stromnetz integrierbar und steuerbar ist – kurzum grundlastfähig ist. Diese wichtige Voraussetzung erfüllen Solar und Wind überhaupt nicht (Schlagwort Dunkelflaute im Januar-Februar, wenn Wind und PV zusammen und gleichzeitig versagen). Fakt ist: vorhergesagte kontinentale Wind- und Solar-Energie-Ausgleichsszenarien sind nicht eingetreten! Zur Nachhaltigkeit: Tiefengeothermieanlagen wie Insheim bleiben auch nach Auslaufen der EEG-Förderung wirtschaftlich und liefern zudem Fernwärme für das Nahversorgungsnetz, wenn man sie korrekt betreibt! Wer den auf der BI Homepage zugänglichen kritischen WELT Artikel liest, lernt, dass man grundlastfähige Energiegewinnungsformen wie Kohle und Gas nur bis zu dem derzeit erreichten 30% Anteil durch nicht-grundlastfähige erneuerbare Energiegewinnungsformen (EE) wie Solar und Wind ersetzen kann, da die bereits heute erfahrbare Über- und Unterproduktion durch diese EE zwangsläufig zum Zusammenbruch der Stromnetze führen muss – haarscharf schon einige Male gerade noch abgewendet. Der weitere massive Ausbau der EE aus Solar und Wind kann nicht verantwortlich vorangetrieben werden, solange es noch keine effiziente Form der chemischen Speicherung nicht-grundlastfähiger EE und den Ausbau der essentiellen Stromtrassen gibt. Dies ist aber vor 2025 keinesfalls zu erwarten. Zu dieser Erkenntnis sind selbst die Grünen und Greenpeace in eigens beauftragten Gutachten gelangt. In dieser Hinsicht hat folglich die grundlastfähige Tiefengeothermie als EE eindeutig Vorfahrt, egal was sie kostet! Sie ist an jedem Ort der Erde einsetzbar, wenn man nur tief genug (> 4000 m) bohrt, Wasserschutzgebiete und Gebiete mit erdbebengefährdeten Verwerfungszonen ausgenommen (vgl. causa Basel).
    Nun zu den Kosten der Tiefengeothermie. Hier zitiere ich die EE-freundliche Plattform https://cleantechnica.com/2016/12/25/cost-of-solar-power-vs-cost-of-wind-power-coal-nuclear-natural-gas/: In den USA liegen die durchschnittlichen Kosten für 1 MWh Strom generiert von Solar-PV-Zellen auf Hausdächern zwischen 138-222$, die aus Tiefengeothermie bei 79-117$, die aus WKA in den vergleichsweise windprivilegierten Regionen (wo man mit kostengünstigen 50 Metern Masthöhe in USA auskommt!) bei 32-62$, jeweils politisch-künstliche Fördermaßnahmen herausgerechnet! Da ist kein Vielfaches an Kosten für Geothermie zu beklagen! Wer bereit ist, zu berücksichtigen, dass in den 7 Jahren der Technologie-Entwicklung von 2009-2016 die Kosten von Windenergieerzeugung um 66% und für Solar (PV) um 85% gesunken sind (gleiche Quelle), um zu den o.g. Kosten-Durchschnittswerten zu gelangen, wird meiner Argumentation folgen, dass die vergleichsweise unerschlossene Tiefengeothermie diese Kosteneffizienz-Steigerung technologisch noch vor sich hat, also auch in dieser Hinsicht für die Menschheit die bessere Alternative der EE ist! Es deutet sich tatsächlich bereits an, dass die umstrittenen Fracking-Maßnahmen in Nordamerika zur Gewinnung fossiler Rohstoffe zumindest eine positive Wirkung hatten: Die Tiefenbohrung und somit der Kostentreiber der Tiefengeothermie wurde in den letzten Jahren um den Faktor 5 preisgünstiger! Was an unerschöpflichem Energiepotential unter den Füßen schlummert, ist vielen nicht so offensichtlich, wie das, was ihnen plausibel und bildlich massiv vor Augen erscheint!
    Das EE-CREDO der BI:
    PV und Geothermie unbedingt(!) und WKA überall dort, wo in privilegierten Starkwindregionen die Natur und das Landschaftsbild vergleichsweise wenig zerstört werden, Effizienz und CO2-Bilanz stimmen (z.B. Off-shore, Wüsten-/Savannenrgionen, keine Waldgebiete)!

  2. Dr. Wolfgang Kramer

    Die Bürgerinitiative bemängelt die Kosteneffizienz von Windkraft. Wie sieht die Kosteneffizienz von Geothermie für die Stromversorgung aus? Strom aus Geothermie kostet ein vielfaches dessen, was Strom aus Windkraft kostet.

    Photovoltaik kann ähnliche Kosteneffizienz wie Windkraft erreichen, allerdings gibt es selten gleichzeitig Sonne und Wind. Daher ist nur ein Kombination von Photovoltaik und Wind sinnvoll. Keine Energieerzeugungsform kann die andere ersetzten.

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