Technische Grundlagen der Windkraftwerke von Prof. Dr. J. Sundermeyer

Vortrag Prof. Dr. J. Sundermeyer Technische Grundlagen der Windkraftwerke

Prof. Dr. Sundermeyer erklärt anschaulich die Grundlagen der Technik der Windkraftwerke,  wie man Effizienzprognosen erstellen und verstehen kann, warum reale Windmessungen vor Ort Voraussetzung für die Beurteilung von Standorten sind und vieles mehr.

Der Vortrag wurde anlässlich der Jahreshauptversammlung der Bi-Windkraft-Görzhausen e.V. am 05.05.2017 gehalten.

Technische Grundlagen der Windkraftwerke

5 thoughts on “Technische Grundlagen der Windkraftwerke von Prof. Dr. J. Sundermeyer

  1. Dr. Wolfgang Kramer

    Was bleibt ist die Tatsäche, dass fast 50% der in 2016 eingesparten CO2 Emission bei der Stromproduktion (118 Mio to) der Windkraft zuzuschreiben ist. Gleiche Quelle wie die, die Jörg Sundermeyer zitiert: http://www.umweltbundesamt.de/erneuerbare-energien-vermiedene-treibhausgase

    Eine bei weitem noch nicht ausreichende Einsparung, was aber nicht gegen sondern eher für mehr Windkraft spricht. Wie kann eine Energiekonzept ohne wesentliche Anteile der derzeit kostengünstigsten erneuerbaren Stromerzeugung durch Windenergie aussehen? Wer ist bereit, mehr Geld als notwendig auszugeben?

    • Prof. Dr. Jörg Sundermeyer

      Kein Mitglied der BI behauptete jemals, dass Windkraftwerke im Mix mit vielen anderen CO2- Einsparmaßnahmen keinen Beitrag zu einer Verringerung der Treibhausgase liefern können.  Im Vorstand der BI sind auch keine radikalen Windkraftgegener.
       Aber das Umweltbundesamt muss uns kritischen Wissenschaftlern bei gerechneten Angaben wie “118 Mio Tonnen CO2 eingespart” schon etwas ehrlichere Antworten geben, als nur die Umrechnung von “meist zu Unzeiten” eingespeisten MWh in CO2-Äquivalente von Kohlekraftwerken: Wie viele Windenergieanlagen ersetzen ein modernes Kohlekraftwerk? Wurde – äquivalente Leistung vorausgesetzt – die krass ungünstigere CO2-Bilanz (benötigtes Material pro MW) der Produktion der Türme, seien sie aus Stahl oder Beton, der Kunststoff-Verbundmaterial-Rotorblätter, der vielen kleinen Generatoren, der großen Stahlbetonfundamente, wurde die notwendige Schaffung der Infrastruktur und Waldtrassen, die Entsorgung all dessen, die verlorene Waldfläche als Feinstaubfilter und natürlicher CO2-Verbraucher hier eingerechnet? LEIDER NEIN! Wie kann man sonst die Fakten der traurigen Entwicklung der Treibhausgas-Bilanz der letzten 7-Jahre seit Verdopplung der Erneuerbaren Energien im isolierten Musterland Deutschland erklären? Diese fundierte Analyse lass ich mir gerne in unserer gesprächsbereiten AG Nachhaltige Energieversorgung erläutern!

      Die Forderungen und Vorschläge der BI enthalten klar die Nutzung der Windenergie in Starkwindregionen, dort wo der Energieertrag die maßvolle Zerstörung der Natur und der zum Teil denkmalgeschützten Heimat möglicherweise rechtfertigen kann. Physikalisches Faktum ist: Was bei uns in Hessen 8 gigantische Windräder bei halber Windstärke an Strom produzieren, schafft ein einziges an der Küste! Die windprivilegierten Plätze sind belegt, der Ausbau mit Windenergieanlagen zu ca. 25% gemäß Energiewende-Plan abgeschlossen, was in Zukunft nun zahlenmäßig folgt, ist eine Katastrophe für unser heimatliches Landschaftsbild, den Natur- und Denkmalschutz!

      Weitere wesentliche Punkte der BI (vgl. Folien 17+19): Keine Windräder in Waldgebieten, für die es nur simulierte Windstärken, keinen experimentellen Beweis ihrer Windhöfigkeit und Energiewirtschaftlichkeit gibt. Die BI hält zudem eine künstlich durch EEG garantierte Sondervergütung speziell im Fall der unsinnigen Bebauung der grenzwertig windschwachen Regionen (Marburg) mit Prototypen der weltgrößten Windräder auch für unsozial: Ein Fest für reiche Investoren, die keine Alternativen sehen, um bei der Nullzins-Politik von heute ihr Geld auf Kosten der kleinen Leute und EEG-Zahler staatlich-garantiert und sicher zu vermehren.

  2. Prof. Dr. Jörg Sundermeyer Autor des Beitrages

    Prof. Dr. Jörg Sundermeyer 4.6.2017
    Der Kommentar von Wolfgang Kramer, in dem er sich auf eine faktenbasierte Diskussion freut, soll nicht unbeantwortet bleiben: Es gehört zu den Maximen der Arbeitsgemeinschaft Nachhaltige Energieversorgung (AGNE) der BI, dass man Fakten und deren Interpretation in Diskussionen sauber trennt und die Quellen benennt, wie geschehen. Der Kommentar, auch persönlich, freundlich erörtert per e-mail Kontakt, mahnt an, nicht den gesamten Zeitraum seit Beginn der Energiewende, also 1990-2015, in dem Vortrag bei der Bewertung des Rückgangs der Treibhausgase beleuchtet zu haben, sondern nur den abgebildeten 7-Jahres-Zeitraum 2009-2015. Hier nun ergänzende Fakten dazu aus der auf Folie 11 zitierten Quelle: Der Rückgang der energiespezifisch erzeugten Treibhausgase (rote Balken) ging von 1990-2015 von 427 auf 335 Mio Tonnen CO2 Äquivalente zurück, das ist ein stolzer Rückgang um 27,5%. Die sorgfältige Analyse dieses Faktums zeigt aber, dass dieser Rückgang mitnichten vorrangig auf die Einführung der erneuerbaren Energien (EE), im wesentlichen WKA und PV, zurückzuführen ist, sondern z.T. auf die Anfang der 90er Jahre noch zunehmende Nutzung der Kernkraft, deutlich mehr aber noch auf die Substitution alter ineffizienter Braunkohlekraftwerke auf dem Gebiet der ehemaligen DDR durch moderne, thermodynamisch optimierte effizientere Kohlekraftwerke. Der Beweis der Richtigkeit dieser Interpretation basiert wiederum auf der Faktensammlung des Umweltbundesamtes (http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/384/bilder/dateien/3_datentabelle-zur-abb_bruttostromerzeugung-et_2017-03-23_0.pdf):
    TWh Strom erzeugt 1990: fossile Quellen FQ 359, Kernkraft KK 153, erneuerbare Energie EE 20; 1997: FQ 340, KK 170, EE 24; 2009: FQ 345, KK 135, EE 95; 2015: FQ 341, KK 92, EE 187. Diese Zahlen belegen rückblickend, dass die EE in der ersten 7-Jahres-Periode 1990-1997, in der die CO2 Emissionen am deutlichsten von 427 auf 353 Mio Tonnen CO2 zurückgingen, nahezu keinen Einfluss haben konnten und dass in der 7-Jahres-Vergleichsperiode 2009-2015 des größten Zubaus (Verdoppelung) an EE die CO2 Emissionen nahezu konstant blieben. Wer anlässlich des unheilvollen Ausstiegs der USA aus dem Pariser Abkommen zur Reduzierung der Treibhausgase am 2.6.17 die Treibhausgas-Analyse der ZDF HEUTE Redaktion zu dem Zeitraum 1990-2016 verfolgt hat, wird feststellen, dass das Ergebnis dieser Analyse sich mit dem Statement meines Vortrags deckt. Der interviewte Herr Özdemir (GRÜNE) bestätigte gar die „Zunahme der CO2 Emissionen in den letzten Jahren“ (Anmerkung JSU: seit dem 2011 beschlossenen Atomausstieg, freilich ohne diesen als eine der Ursachen öffentlich anzuerkennen). Wer unideologisch analysiert, wird aufgrund der hier genannten Fakten ahnen, wo wir 2022 stehen werden, wenn alle AKW abgeschaltet sind. Wer bei dem Vortrag anwesend gewesen ist, hätte direkt fragen können, warum der Zeitraum 2009-2015 als EE-spezifisch gewählt wurde und er wird zur Kenntnis genommen haben, dass nicht versucht wurde, AKW und WKA gegeneinander auszuspielen! Die von Wolfgang Kramer genannte Studie „Was kostet die Energiewende“ des Fraunhofer ISE ist wissenschaftlich seriös, unideologisch und lesenswert. Zu diesem Thema gibt es etwa drei z.T. aktuellere Studien von renommierten Instituten. Hier eine weitere Quelle mit Kommentar:
    http://www.insm.de/insm/Themen/Soziale-Marktwirtschaft/Gesamtkosten-Energiewende.html
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/energiepolitik/oekologische-umverteilung-die-kosten-der-energiewende-14481363.html
    Mehr Diskussion dazu möge am Tisch in der AGNE stattfinden!
    Jörg Sundermeyer

  3. Dr. Wolfgang Kramer

    Mich erstaunt die Darstellung der Wirkung von Windkraft auf die CO2 Emmission im Bericht von Prof. Sundermeyer (Folie 11). Was hat die CO2-Emmission von Verkehr, Gewerbe, Industrie und Haushalt mit Windkraft/Strom zu tun? Der überwiegende Teil stammt dabei von der Erzeugung von Wärme und Antriebseneregie aus Verbrennungsmotoren! Die zitierte Quelle sagt vielmehr, dass 33% der erreichten Reduzierung der CO2 Emmission bei der Stromerzeugung der Windkraft zuzuschreiben ist. In den letzten 25 Jahren ist die spezifische CO2 Emmission bei der Stromerzeugung kontinuierlich um 25% gesunken. Das ist bei weitem noch nicht ausreichend, zeigt aber, dass Windkraft durchaus einen wichtigen Beitrag zur Senkung der CO2 Emmisssionen leisten kann.

    Für diejeniegen, die genaueres über Szenarien der zukünftigen Energieversorgung erfahren wollen sei auf folgende Studie verwiesen. https://www.ise.fraunhofer.de/de/veroeffentlichungen/studien/was-kostet-die-energiewende.html

    Freue mich auf eine faktenbasierte Diskussion
    Wolfgang Kramer

  4. Dr. Marc Böttcher

    Sehr geehrter Herr Sundermeyer,

    vielen Dank für die logische Zusammenfassung der Fakten. Das deckt sich gut mit meinen Recherchen. Die Volllaststundenzahl ist die Kerngröße zum Ertrag und die wird am Anfang immer viel zu hoch geschätzt.

    Weiterhin viel Erfolg wünscht
    Marc Böttcher

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